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Erfahrungsbericht - Ronjas Au Pair Jahr in England

Ronja verbringt ein ganzes Au Pair Jahr in England und berichtet uns darüber.

"Liebe Au Pairs, zukünftige Au Pairs, noch-unsicher-ob-Au-Pair-das-Richtige-ist-Personen und alle Interessierten,

 

mein Name ist Ronja, ich bin 18 Jahre alt und ich sitze gerade in meinem Zimmer bei meiner Gastfamilie in London. Mein Au Pair Jahr habe ich im September 2015 gestartet und bleibe hier bis August 2016. In diesem Bericht möchte ich Euch etwas über meine Erfahrungen als Au Pair erzählen.

Zunächst einmal...warum bin ich überhaupt ein Au Pair geworden?

Ich habe schon seit ich relativ klein war, in meinem Kopf gehabt, ein Au Pair Jahr zu machen. Es ist eine großartige Möglichkeit neue Leute kennen zu lernen, ein Land zu bereisen und in eine andere Kultur hineinzuschnuppern. Darüber hinaus verbessert man seine Sprachkenntnisse erheblich und verbringt eine tolle Zeit zusammen mit Kindern. Soweit so gut. 

Den endgültigen Entschluss zu fällen das Au Pair Jahr tatsächlich zu beginnen, war dann um einiges härter als gedacht. Um ehrlich zu sein ist der Entschluss am Ende auch eher deswegen gefasst worden, weil ich nicht wusste, was ich nach meinem Abitur machen soll. Ich kann heute sagen: Ich bereue keine Sekunde diesen Schritt gewagt zu haben.

Erst gerade eben saß ich mit meinen Freunden, ebenfalls Au Pairs, in einem typisch englischem Pub. Wir haben unsere bisherige Zeit etwas Revue passieren lassen und haben mit Erschrecken festgestellt: Es ist Halbzeit. Ein halbes Jahr ist schon um. Obwohl in diesem halben Jahr so unfassbar viel passiert ist, ging es doch letztendlich schneller um, als gedacht. Wo ist die Zeit geblieben?

In dem ersten halben Jahr waren wir beschäftigt, unsere Gastfamilie kennenzulernen. Vor allem natürlich aber uns vertraut mit den Kindern zu machen. Wir haben uns in der Familie eingelebt, den Haushalt gemacht, mit den Kindern gespielt, gelacht und diskutiert und wir haben neue Freunde gefunden (was im Übrigen gar nicht so schwer ist, wie man anfangs glauben mag). Wir hatten Heimweh, und haben dieses gut überstanden, wir waren orientierungslos in der Großstadt und haben trotzdem immer zurückgefunden, wir hatten Kommunikationsschwierigkeiten, und haben uns doch letztlich immer verständigt und wir hatten eine Menge Spaß unsere neue Umgebung zu erkunden. Das erste halbe Jahr verging also wie im Fluge.

Wie sieht es jetzt aus? Jetzt sind wir mitten drin im Geschehen und im Alltag. Wir sind ein fester Part der Familie und der Strukturen und wir sind ein eingespieltes Team. Aber machen wir uns nichts vor – es ist nicht immer ein Zuckerschlecken. Zwischenzeitlich ist es extrem stressig. Ich habe 3 Gastkinder und meine Gasteltern sind sehr häufig und hart am arbeiten. Es kommt immer wieder vor, dass man mit den Kindern diskutiert, ja sogar streitet. Die Haushaltstätigkeiten werden nicht weniger. Außerdem gehe ich in meiner Freizeit noch drei Stunden pro Tag in die Sprachschule. Die Nerven können dann ab und zu mal blank liegen. Aber darüber kann man auch hinweg sehen. Es sind häufig kleine Momente, die all das ausgleichen.

Mein kleinstes Gastkind nennt mich mittlerweile immer „Big sister“, meine Jungs kuscheln sich bei der wöchentlichen „Movie-night“ immer an mich und als ich über Weihnachten nach Hause gefahren bin, haben die Gastkinder angefangen zu weinen. Als ich nach 10 Tagen wiedergekommen bin, war die Freude umso größer. Die Kinder zeigen mir jeden Tag, dass ich jetzt ein Teil ihres Lebens bin und auch für mich sind sie wie kleine Geschwister. Und auch die Sprachschule macht immer wieder Spaß, da man tagtäglich neue Leute kennenlernt und einen tieferen Einblick in die Sprache bekommt.

Dann gibt es noch die besonderen Events. Als ich aus Deutschland wiedergekommen bin, hat die Gastfamilie zum Beispiel nochmal ein typisch englisches Weihnachtsessen aufgetischt: von Truthahn über Yorkshire Pudding und Christmas Cracker – es hat an nichts gefehlt. Ein traditionelles englisches Weihnachten eben. Auch Halloween habe ich mit der Gastfamilie verbracht und wir sind auf einer großen Familienfeier gewesen, wo ich dann auch die Großeltern und Cousins und Cousinen kennenlernen durfte. Darüber hinaus waren wir zusammen eine Woche im Urlaub in der Nähe von Brighton. Das war extrem cool, da ich mehr Zeit mit den Kindern verbringen konnte und sie von einer anderen Seite erleben durfte, da keine Hausaufgaben oder Pflichten anstanden, ich etwas von Englands Countryside sehen konnte und wir viele spaßige Aktivitäten unternommen haben.

Was sind meine Pläne für die nächsten 6 Monaten?

Zunächst einmal haben wir Au Pairs uns vorgenommen noch mehr zu reisen. Von London wird man nie satt und es gibt immer wieder etwas neues zu erleben. Aber jetzt wollen wir die Zeit verstärkt nutzen, auch außerhalb von London Städte zu besichtigen. Wir versuchen an den Wochenenden dann Städte wie Oxford, Brighton, Bath etc. unsicher zu machen. Von London aus sind diese relativ schnell zu erreichen – einige Tagestrips stehen also noch an. Geplant ist außerdem eine Irland-Rundreise in den Osterferien und ein verlängertes Wochenende in Schottland. Das Reisen ist in der ersten Hälfte zu kurz gekommen, da man sich erst einmal in London zurecht finden musste. Jetzt aber kann es weiter hinaus gehen und ich bin sehr gespannt auf unser Abenteuer.

Des weiteren wollen wir unbedingt noch mehr Musicals und Konzerte in London besuchen. Es gibt solch eine große Auswahl an Veranstaltungen, die es gilt auch wahrzunehmen.

Ansonsten bereiten wir uns auf unser Englisch-Examen vor und lernen fleißig für die Abschlussprüfung.

Weiterhin werden wir versuchen, so viel wie möglich aus unserer Zeit hier zu machen. Wie wir festgestellt haben, vergeht die Zeit schnell und es gibt noch so viel zu sehen und zu entdecken.

Ich für meinen Teil bereue es nicht diesen Weg gewagt zu haben und bin dankbar für all die Erfahrungen, die ich bis jetzt machen durfte. Ich habe jetzt schon sehr viel über mich selbst gelernt und bin mir bei meiner Studienwahl etwas sicherer geworden.

Ich hoffe, ich konnte euch einen kleinen Einblick in mein Au Pair Jahr geben,

 

Kind regards,

 

Ronja"

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