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Erfahrungsbericht - Annys Au Pair Zeit in England

Anny verbrachte ein ganzes Au Pair Jahr in England und berichtet uns darüber.

Liebe Leserinnen und Leser,

 

Mein Jahr in England als Au Pair ist jetzt vorbei und deswegen möchte ich mit euch meine Erfahrungen teilen, die euch eventuell dabei helfen euch für ein Au Pair im Ausland zu entscheiden.

 

Noch bevor ich meinen Abschluss im Juli 2016 erworben hatte, stand für mich fest, dass ich als Au Pair ins Ausland gehen möchte. Auch wenn ich mich, für meine Begriffe, erst relativ spät um meine Bewerbung gekümmert hatte, habe ich super schnell Familienvorschläge bekommen und innerhalb von einem Tag hatte ich meine Gastfamilie gefunden.

Ende August saß ich dann im Flieger und ich weiß noch wie aufgeregt ich war, denn das war nicht nur das erste Mal, dass ich alleine geflogen bin, sondern auch das erste Mal das ich so weit von meiner Familie weg sein würde. Meine Gastmutter holte mich am Flughafen ab, der Vater und die Zwillinge warteten Zuhause mit den beiden Hunden und der Katze auf mich. Da ich in der letzten Ferienwoche der Kinder gekommen war, hatte ich noch etwas Zeit um mich einzugewöhnen und die Familie und die Umgebung besser kennen zu lernen.

Gleich am nächsten Tag hat mich meine Familie zu einem Familienessen nach London zu der Cousine meiner Gastmutter mitgenommen. Abends bin ich müde ins Bett gefallen, weil es ungewohnt ist mehreren Konversationen gleichzeitig zu zuhören.  Sobald die Schule anfing, gingen auch meine Arbeiten im Haushalt und mit den Kindern offiziell los.

Morgens stand ich auf und machte die Kinder bereit für die Schule und brachte sie auch dort hin. Zuhause räumte ich dann etwas auf und wusch die Wäsche der Kinder. Fragt mich nicht wieso, aber es gab jeden Tag was zu waschen. Um 15 Uhr ging ich dann los, um die Kinder abzuholen. Nach der Schule ging es entweder in den Park oder es wurde zuhause im Garten gespielt. Um 17 Uhr war dann „Tea-Time“ und ich habe den Kindern Abendbrot zubereitet.  Gegen 18 Uhr kamen dann meine Gasteltern nach Hause und wir haben zusammen Abendbrot gegessen. Hausaufgaben so wie bei uns hier, hatten die Kinder fast nie auf. Höchstens einmal für einen Term (also 3 Monate) aber die haben sie mit den Eltern gemacht.

Meine Familie hat mich zu vielen Familientreffen und Events mitgenommen, zum Beispiel zu Treffen mit Freunden oder das eine Mal auch auf einen Wochenendtrip nach Salcombe, eine kleine Stadt an der Küste wo wir mit Freunden unterwegs waren. Oder zu den „Christmas“- und „Sommer Fairs“ an der Schule wo meine Gastmutter gearbeitet hat. Sonntags haben wir meistens einen langen Spaziergang mit den beiden Hunden gemacht.

 

Mitte November sind wir dann mit der ganzen Familie nach Welney umgezogen, ein kleines Dorf in Cambridgeshire. Anfangs war es etwas chaotisch, weil keiner genau wusste wo was war und überall haufenweise Kisten rumstanden und wir für 3 Wochen kein Internet oder Telefon hatten, aber mit der Zeit haben wir auch das gemeistert. Von da an hatte ich auch ein Auto, denn die Kinder musste ich nun zur Schule fahren und so konnte ich auch mal kleine Ausflüge nach Kings Lynn oder Cambridge machen.

 

Au Pair zu sein ist manchmal kein einfacher Job. Ich hatte Zeiten wo sich die Kinder häufiger gestritten haben und leider auch nicht immer gehört haben. Und es gab ab und zu Zeiten wo ich meine Familie sehr vermisst habe und nach Hause wollte, weil es nicht immer gerade lief. Aber durch Gespräche mit meinen Gasteltern und den Kindern haben sich viele Sachen als Missverständnisse herausgestellt oder konnten geklärt werden.

Ein sehr beeindruckendes Erlebnis für mich war Weihnachten. Den Weihnachtsbaum haben wir schon 3 Wochen vor Weihnachten gekauft und geschmückt, was ich sehr interessant fand, denn bei meiner Familie in Deutschland kaufen wir den erst ein paar Tage vor Heilig Abend.  Samstag den 24.12. sind wir mittags ins Kino gegangen und abends waren wir in der Kirche und haben an einem Weihnachtsgottesdienst teilgenommen. Dann haben wir die „Christmas stockings“ an unseren Kamin auf gehangen. Da in England die Geschenke erst am Morgen des 25. Ausgepackt werden, mussten wir natürlich alle früh schlafen gehen, damit der Weihnachtsmann auch kommen kann ;)

Am Morgen haben mich die Kinder dann um 7:45 Uhr geweckt und im Schlafanzug sind wir dann alle runter ins Wohnzimmer, wo die Socken am Kamin nur so platzten vor Geschenken. Zwei Stunden hat es gedauert bis alle Geschenke ausgepackt waren. Gegen Mittag haben wir dann einen langen Spaziergang mit den beiden Hunden gemacht. Abends gab es dann das Christmas Dinner wo wir Truthahn gegessen haben.  Am „Boxing Day“, also dem 1. Weihnachtsfeiertag, sind wir nach Ely zum „Pantomime“ gefahren. „Pantomime“ ist was typisch Englisches. Es ist ein Theaterstück, in unserem Fall war es Aladdin, das sehr unterhaltsam und mit vielen Witzen gespickt ist. 

„I don’t like Santa Claus, because I’m claustrophobic!” oder  „Aladdin what? Aladdin trouble?” (wenn man es schnell genug sagt, hört man “A lot in trouble”), um nur einige Beispiele zu nennen.

 

Eine oder mehrere weibliche Charaktere werden dabei von Männern gespielt, sogenanntes „Cross Dressing“, das Publikum wird mit einbezogen bzw. zur Interaktion bewegt und zwischendurch gibt es musikalische Darbietungen. Alles in allem war der Abend sehr lustig und es war eine schöne Erfahrung die ich gemacht habe. Ich wünschte, so etwas gäbe es hier in Deutschland zu Weihnachten auch.

Nach diesem einen Jahr, wo mir die Kinder, meine Gasteltern und all die Tiere die im Haus rumgewuselt sind, sehr ans Herz gewachsen sind, fiel es etwas schwer Auf Wiedersehen zu sagen. Man war jetzt mit der Umgebung vertraut, hat einen bestimmten Tagesablauf und wenn man morgens die Treppen runter geht war es ein schönes Gefühl von zwei fröhlichen Hunden begrüßt zu werden.

Die Zeit in England war einfach unglaublich schön und lehrreich und auch wenn ich schon einigermaßen gutes Englisch konnte (durch meinen Leistungskurs bedingt) habe ich dennoch immer neue Ausdrücke und Wörter kennen gelernt. Meine Gastmutter hat zwischendurch ihr Deutsch rausgekramt und immer mal wieder ein paar Sätze deutsch geredet und der Vater hat sich große Mühe gegeben, wann immer es möglich war, das Wort „Bratwurst“ einzuwerfen.

Im Nachhinein finde ich es etwas schade, dass von Seiten der Kinder kein Versuch gestartet wurde ein paar einfache deutsche Begriffe wie z.B. Farben, Zählen oder Grußformeln zu lernen.

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