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Erfahrungsbericht - Franzis Au Pair Zeit in England

Franzi verbrachte ein Jahr als Au Pair in England und teilt ihre Erfahrungen mit euch.

Au Pair England

"Am 14. September 2019 bin ich als Au-Pair nach England geflogen! Ich habe in diesem Jahr so unfassbar viele Dinge erlebt, Eindrücke gesammelt und Erinnerungen geschaffen, die ich jetzt hier teilen möchte. Ich bin so dankbar dafür und kann nur jedem, der noch daran zweifelt, ob ein Auslandsjahr die richtige Wahl ist, sagen: Ja macht es einfach, ich werdet es ganz sicher nicht bereuen!!!

 

Ich hatte das Glück direkt am Meer, in Eastbourne (ca. 1,5 Stunden von London entfernt), zu leben. Meine Gastfamilie, bestehend aus meinen hostparents und deren drei Kinder, leben gerade Mal 10 Minuten zu Fuß vom Strand entfernt. Die Kinder sind 5, 9 und 11 Jahre alt und sind zwei Mädchen und ein älterer Bruder! Und nicht zu vergessen unsere zwei Katzen. Neben dem Meer hatten wir auch die Downs direkt um die Ecke und ein Stadtzentrum, also wirklich alles was man sich nur wünschen kann.

 

So aber jetzt zu meinem Alltag als Au-Pair: 

Also meine Woche war von September bis März immer ziemlich gut durchgeplant. Jeder Tag fing morgens um 7 für mich an um die Kids für die Schule fertig zu machen. Zu meinen täglichen Aufgaben gehörten damals: Frühstück machen, Lunchboxen befüllen, meiner kleinsten beim Anziehen helfen und den Mädels die Haare kämen. Wenn dann jeder angezogen war, haben wir geplant das Haus um 8.00 Uhr zu verlassen (meistens haben wir das aber nicht geschafft und es wurde 8.10 Uhr ;)). Ich habe dann die Mädchen zur Schule gebracht. Mein Gastjunge durfte schon alleine mit seinen Freunden gehen. Die beiden Schulen waren nur 5 Minuten zu Fuß entfernt, sodass ich auch kein Auto fahren musste. Hatten die Kinder Mal 'Life-saving' am Nachmittag ist oft die Oma eingesprungen und hat sie dorthin gefahren ( sie lebt nur 10 Minuten entfernt). Waren die Kinder dann erstmal in der Schule, war der stressigste Teil des Tages überstanden und ich hatte bis 2.30 Uhr frei. Ich bin oft mit Freunden Kaffee trinken gegangen, haben einen Spaziergang am Meer gemacht oder wie sind shoppen gegangen. Montags und freitags habe ich außerdem das College für jeweils 3 Stunden besucht! Um 2.30 Uhr war ich dann meistens wieder daheim und hab kleine Snacks für die Kinder vorbereitet (damit sie sich nicht auf die Süßigkeiten stürzen wenn sie hungrig aus der Schule nach Hause kommen ;)), durchgefegt und die Kinderzimmer versucht ordentlich zu halten! Bis ich dann um 2.50 Uhr die Kleinste aus der Schule abgeholt habe um mit ihr dann ihre Schwester abzuholen. Sobald dann alle wieder daheim waren (mein Gastjunge durfte wieder alleine heim laufen) gab es Snacks und wir haben verschiedene Sachen gemacht. Da es oft sehr regnerisch war haben wir viele Sachen drinnen gemacht, wie puzzeln, spiele spielen, verschiedene Hairstyles ausprobieren, basteln, Kekse backen,  usw... Da ist uns echt nie langweilig geworden! Besonders cool fand ich das Spiel "Just dance", welches man am Fernseher spielt und dann verschiedene Tanz-Choreographien versucht mitzutanzen! Das haben wir damals alle vier zusammen gespielt, was ziemlich cool war. Auch unsere eigenen "Garden Olympics" waren echt super! 

Gegen 5 habe ich dann meistens angefangen für die Kinder zu kochen und danach ging's gegen 6 Uhr baden mit den Mädchen, sodass dann alle fertig fürs Bett waren, wenn meine Gasteltern von der Arbeit heimkommen (Meistens gegen 7). Sie haben dann meistens auch die Kinder ins Bett gebracht und danach haben meine Gasteltern und ich noch zusammen gegessen. 

 

Die Wochenenden hatte ich frei und bin super gerne gereist. Von kürzen Trips zu Rye oder Brighton hatten meine Freunde und ich auch ganze Tagesausflüge nach Oxford oder London geplant! 

Eines meiner Highlights war aber auch das Weihnachtsgeschenk meiner Gastfamilie: wir hatten einen "Girlstrip" nach London und haben uns das Musical "Mamma Mia" angeschaut und das war wirklich wahnsinnig toll!!! Auch ein Erlebnis, das ich nie vergessen werde. 

 

Doch dann kam Corona im März und stellte so alles auf den Kopf! Meine Gastmutter war die gesamte Zeit während Lockdown noch arbeiten und mein Gastvater hat von daheim arbeiten müssen, sodass sich unser gesamter Alltag geändert hatte, womit niemand gerechnet hat. Es hat ein bisschen gedauert, aber auch in dieser schweren Zeit haben wir uns alle schnell an eine neue Routine gewöhnt und super zusammengearbeitet! Unser Tag hat mit einem Workout Von Joe Wicks gestartet, welche er jeden Tag live für Schulkinder gemacht hat und danach ging es mit Homeschooling weiter. Das Homeschooling hat mir nach einer Weile angefangen richtig Spaß zu machen, auch wenn es oft nicht ganz so leicht war die Kinder zu motivieren. Wir haben tolle Projekte mit den Kindern gemacht, wie beispielsweise ein eigenes "Banksy-kunstschablone" gebastelt, eine Woche lang hat sich jedes Kind mit einem eigenen Land beschäftigt und dazu verschiedene Infos herausgesucht und auch teilweise die Sprache gelernt (dazu hätten wir dann einen italienischen Abend mit Pizza und Pasta selbstgekocht) und vieles mehr.

Die Nachmittage haben wir dann versucht mit Fahrradtouren, Ausflüge zum Strand oder Spaziergängen Abwechslung zu bringen. Natürlich nur an Orte ohne Menschenmassen und ohne in Kontakt mit irgendwelchen Menschen zu kommen. Abends wurde die Routine dann größtenteils beibehalten und wir haben gekocht und ich habe die Mädchen gebadet.

 

Nachdem dann nach und nach wieder Lockerungen vorgenommen wurden, haben wir auch wieder mehr das Haus verlassen. Anfang August sind wir dann zu der Familie von meinem Gastvater nach Portland gefahren, wo es total schön war und was ein echt toller Abschluss für mein Au-Pair Jahr war. Da meine Familie nie nach England kommen konnte, da alle gebuchten Flüge wegen Corona gecancelt wurden, haben wir es am Ende noch geschafft, dass wir uns alle in Holland für 5 Tage getroffen haben. Also meine Gastfamilie und meine Familie. Diese letzten 5 Tage waren nochmal eine total schöne Erfahrung, die dann mein Aupair Jahr ganz abgeschlossen hat. 

 

Auch wenn alles ein wenig anders kam als erwartet, hatte ich eine so tolle Zeit in England und werde nie vergessen was für tolle Dinge ich erleben durfte! Ich kann nur, wie oben schon erwähnt, jedem empfehlen so etwas auch zu machen. Durch dieses Jahr habe ich so viel gelernt und bin sehr dankbar dafür!

 

Franzi