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Erfahrungsbericht - Hannahs Au Pair Zeit in England

Hannah verbrachte ein Jahr als Au Pair in England und teilt ihre Erfahrungen mit euch.

England - das Land, was bekannt ist für Fish & Chips, rote Telefonzellen und Doppeldeckerbusse, sein schlechtes Wetter, Schafe und vieles mehr.

Und genau dort durfte ich seit August 2019 mein Jahr als Au Pair verbringen.

 

Meine Gastfamilie, bestehend aus meiner Hostmum, meinem Hostdad und den zwei Mädchen im Alter von 5 und 8, lebte ländlich in einem kleinen Ort zwischen London und Brighton.

 

Von August bis März war mein Alltag gut durchstruktuiert. Um 7:30 Uhr  hat mein Arbeitstag begonnen und die nächsten 1 ½ Stunden bestanden darin die Kinder für die Schule vorzubereiten, sprich Schuluniform anziehen, frühstücken, Zähne putzen und Hausaufgaben machen. Danach hab ich die beiden zur Schule gebracht und daraufhin hatte ich bis 15:30 Uhr Zeit um leichte Haushaltstätigkeiten zu erledigen, zweimal wöchentlich ins College zu einem Sprachkurs zu gehen oder mich mit Freunden zu treffen. Um 15:30 Uhr hab ich die Mädels von der Schule abgeholt und sie zu ihren Nachmittagsaktivitäten gefahren oder mit ihnen zu Hause gespielt und gebastelt. Nachdem ich ihnen ihr Abendessen gegeben habe, wurden sie bettfertig gemacht und dann kamen gegen 19:30 Uhr meine Gasteltern nach Hause und mein Arbeitstag war vorbei. Gegen 21:00 haben meine Gasteltern und ich dann immer zusammen zu Abend gegessen und uns über den Tag ausgetauscht.

 

An den Wochenenden war ich so gut wie immer unterwegs, entweder in London oder auf einem Trip etwas weiter weg, wie zum Beispiel nach Bath, Cambridge oder Portsmouth. Dadurch, dass die Anbindung nach London sehr gut war, konnten wir häufiger mal an den Wochenenden dorthin fahren und uns neben Sehenswürdigkeiten auch verschiedene Paraden, Musicals und sogar Silvester am Big Ben anschauen.

Meine Au Pair Freunde und ich haben uns aber auch oft einfach bei jemandem zu Hause getroffen und Gesellschaftsspiele gespielt, zusammen gekocht oder sind zu einem National Trust Ort gefahren, wovon wir alle die Mitgliedschaft hatten und so kostenlos schöne Gärten, Schlösser oder historische Gebäude besichtigen konnten.

Unser größtes Abenteuer war ein Roadtrip im Februar zu dritt nach Wales, wo wir den Snowdonia Nationalpark, Cardiff und Swansae besucht haben, was auch eines meiner Highlights des ganzen Jahres war. Ein weiteres Highlight war mein 19. Geburtstag, an dem ich mit meiner Gastfamilie ans Meer zu den Seven Sisters (berühmte weiße Kreidefelsen) gefahren bin. Wir hatten einen wunderschönen sonnigen Wintertag erwischt und hatten alle sehr viel Spaß. Abends bin ich dann noch mit meinen Au Pair Freundinnen in einen typisch englischen Pub gegangenen, um den Tag ausklingen zu lassen.

 

Doch dann Ende März änderte sich alles- Corona kam, die Schulen wurden geschlossen und alles stellte sich auf den Kopf.  Nachdem die schwere Entscheidung, soll ich nach Hause gehen oder soll ich bleiben, getroffen wurde und ich mich entschieden hatte zu bleiben, sah mein Alltag und der meiner Gastfamilie ganz anders aus. Von nun an bestand meine Hauptaufgabe in Homeschooling und nachmittags die Kinder zu Hause zu bespaßen. Nach relativ kurzer Zeit hatte sich der neue Alltag eingespielt und wir haben alle das beste aus der ganzen Situation gemacht, auch wenn wir manchmal alle an unsere Grenzen gestoßen sind. Nach zwei Monaten komplettem Lockdown, wo keiner aus unserem Haushalt das Haus für irgendetwas außer Fahrradtouren verlassen hatte, konnte ich wenigstens an den Wochenenden immer mal wieder meine Freunde treffen. So vergingen zwei weitere Monate bis mein Jahr auch schon zu Ende war. Zum Abschluss bin ich noch mit meiner Mutter durch England und vor allem Cornwall gereist, um ein paar von den Orten zu sehen, die ich eigentlich für den Sommer geplant hatte zu sehen. Das war ein schöner Abschluss, der es mir auch leichter gemacht hatte, lebe wohl zu England, meiner Gastfamilie und allem drum herum zu sagen.

 

Auch wenn Corona meine Pläne und Reisen für die letzten vier Monate so ziemlich umgeschmissen hatte, war es dennoch eine einzigartige Erfahrung und ich hatte es nicht bereut, dass ich geblieben war.

Mein ganzes Jahr war eine totale Achterbahnfahrt der Gefühle voller Freude, Aufregung, Heimweh und Freiheit, das ich nie vergessen werde und durch das ich so viel gelernt und erlebt habe. 

 

Hannah