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Erfahrungsbericht - Hannas Au Pair Zeit in Irland

Isabelle verbrachte ein Jahr als Au Pair in Irland und teilt ihre Erfahrungen mit euch.

Au Pair in Irland

Hallo!

 

Ich bin Hanna und blicke auf eine unglaublich tolle, erfahrungsreiche Zeit als Au Pair in Irland zurück!

 

Doch wie kam ich auf die Idee, ein Au Pair zu werden? Ich war mir vor dem Ende meiner Schulzeit schon ziemlich lange sicher, dass ich nicht sofort anfangen möchte zu studieren, sondern erst mal Erfahrung im Ausland sammeln möchte. Ich finde den „Job“ als Au Pair dafür sehr passend, da man einerseits im geschützten Rahmen einer Familie wohnt, andererseits jedoch trotzdem ein bisschen Geld verdient, um zu reisen und das Leben vor Ort voll auszukosten. Nebenbei lernt man auf diese Art und Weise natürlich am besten die Sprache und Kultur eines Landes kennen.

 

Ich habe 9 Monate zusammen mit einer 5-köpfigen Familie und einem Hund (er wurde eigentlich auch als Familienmitglied gezählt) in einem der charmanten Vororte Dublins gewohnt.

Im Gegensatz zu den meisten anderen Au Pairs, die ich kennengelernt habe, waren die Kinder in meiner Gastfamilie schon ziemlich alt (11, 13 und 14 Jahre) wodurch ich nicht vom „typischen Alltag“ eines Au Pairs erzählen kann. Ich war auch nur für mein jüngstes Gastkind in diesem Sinne verantwortlich. Da meine Gasteltern immer sehr lange arbeiten waren, war es ihnen wichtig, dass jemand mit ihm Haus ist, sobald er von der Schule kommt. Meine Aufgaben haben sich ansonsten hauptsächlich auf kleinere Tätigkeiten beschränkt, wie beispielsweise das gemeinsame Aufstehen mit den Kindern morgens und das Aufräumen der Küche. Ich war außerdem für das Waschen der Kindersachen und das Bügeln der Schuluniformen zuständig und habe den Hund ausgeführt - was für mich aber eher Entspannung war ;).

Mein geringer Aufgabenumfang hat es mir ermöglicht, viel aus meiner freien Zeit zu machen. Von 8.30 Uhr bis 14.30 Uhr waren alle Kinder aus dem Haus und ich eigentlich die meiste Zeit unterwegs – um Freundinnen in den Nachbarorten zu besuchen (die Anbindung von ÖV war super!), mit dem Hund Timmy ans Meer zu spazieren oder Sportkurse zu besuchen. Nach einigen Monaten habe ich auch angefangen, Freiwilligenarbeit zu leisten – was übrigens eine tolle Möglichkeit ist, mit „Einheimischen“ in Kontakt zu kommen! Vor allem für die Phasen, in denen man mit Heimweh zu kämpfen hat, kann ich nur empfehlen: Geht raus und trefft Leute!

An zwei Abenden pro Woche habe ich bis zu meinem Examen eine Sprachschule besucht, worauf ich mich eigentlich immer gefreut habe, da ich dort viele andere Au Pairs getroffen habe. Die Wochenenden habe ich genutzt, um mit meinen Freundinnen (oftmals bei Wind und Wetter :D) das Land zu bereisen, was sich in Irland aufgrund der relativ kleinen Fläche super anbietet. Es war toll, sich auf diese Weise ein Gefühl für dieses wunderschöne Land und die freundlichen und herzlichen Menschen zu verschaffen. Ich denke zum Beispiel immer wieder gern an meinen Kurzurlaub in Galway oder das Wochenende in Kerry zurück, als wir an die Westküste gereist sind, um zu surfen. Ansonsten habe ich auch viel Zeit in Dublin und Umgebung verbracht, welche sehr viel zu bieten hat. Und ich wäre natürlich nicht in Irland gewesen, wenn ich nicht von den Pubs schwärmen könnte! Ich liebe einfach die ausgelassene, freundliche Atmosphäre, welche in jedem Pub zu finden ist und die Art und Weise, wie Besucher jeden Alters gemeinsam zur Musik der Livebands singen.

Meine Gastfamilie hat mir wirklich sehr viel Freiraum gegeben, was ich einerseits sehr geschätzt habe, für mich andererseits jedoch auch nicht immer leicht war. Ich habe verglichen mit anderen Au Pairs sehr wenig Zeit mit meiner Familie dort verbracht und habe kaum etwas mit ihnen gemeinsam unternommen – was ich mir eigentlich anders gewünscht hatte. Auch zu meinen Gastkindern konnte ich nicht wirklich eine engere Beziehung aufbauen, da sie in ihrem Alter einfach andere Interessen hatten und sie schon seit vielen Jahren an Au Pairs gewöhnt waren, die kommen und gehen. Trotzdem habe ich mich in der Familie sehr wohl gefühlt und gelernt, immer das Beste aus der gegebenen Situation zu machen :).

 

Abschließend möchte ich noch sagen, dass ich mit einem lächelnden und einem weinenden Auge auf meine Zeit in Irland zurückblicke und Land und Leute schon jetzt vermisse! Das hätte ich anfangs nicht gedacht, denn bevor das Abenteuer für mich Ende September letzten Jahres losging, war ich ziemlich nervös und plötzlich nicht mehr sicher, ob es das Richtige für mich sein würde. Es ist mir sehr schwer gefallen, meine Familie und Freunde in Deutschland zurückzulassen – jedoch habe ich meine Entscheidung nie bereut und kann rückblickend sogar sagen, dass es die beste meines Lebens war. Die Phasen des Heimwehs übersteht man, wächst an Herausforderungen und kann ganz nebenbei internationale Freundschaften fürs Leben knüpfen :).

 

Liebe Grüße,

Hanna